Eine Abmahnung zu erhalten, ist für viele Betroffene zunächst ein Schock. Häufig gehen damit Fristen, Kostenforderungen und rechtlich komplexe Schreiben einher. Ob Wettbewerbsrecht, Markenrecht, Urheberrecht, DSGVO oder Filesharing – in nahezu allen Fällen gilt: Die ersten Schritte entscheiden über die weiteren Folgen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Sie nach Erhalt einer Abmahnung tun sollten, welche Fehler Sie vermeiden müssen und wie Sie strukturiert und überlegt vorgehen.

Was ist eine Abmahnung überhaupt?

Eine Abmahnung ist ein außergerichtliches Mittel, mit dem ein angeblicher Rechtsverstoß gerügt wird. Ziel ist es, den beanstandeten Zustand zu beseitigen und zukünftige Verstöße zu verhindern – meist durch eine strafbewehrte Unterlassungserklärung.

Abmahnungen sind in vielen Rechtsgebieten zulässig, unter anderem bei:

  • Wettbewerbsrecht
  • Markenrecht
  • Urheberrecht
  • Designrecht
  • DSGVO / Datenschutz
  • Filesharing

Nicht jede Abmahnung ist jedoch automatisch berechtigt.

Schritt 1: Ruhe bewahren und Fristen prüfen

Auch wenn der Ton einer Abmahnung oft dringend oder drohend wirkt: Panik ist der schlechteste Ratgeber. Wichtig ist zunächst:

  • Fristen sorgfältig notieren
  • Schreiben vollständig lesen
  • Keine vorschnellen Reaktionen zeigen

Viele Abmahnungen setzen kurze Fristen, um Druck aufzubauen. Diese Fristen sollten ernst genommen, aber nicht unüberlegt erfüllt werden.

Schritt 2: Keine Unterlassungserklärung ungeprüft unterschreiben

Fast jede Abmahnung enthält eine vorformulierte Unterlassungserklärung. Diese ist rechtlich bindend und gilt in der Regel zeitlich unbegrenzt.

Wichtig zu wissen:

  • Eine Unterlassungserklärung ist ein Vertrag
  • Vertragsstrafen drohen bei jedem Verstoß
  • Die Formulierungen sind meist einseitig

Daher gilt: Unterschreiben Sie nichts, bevor der Inhalt rechtlich geprüft wurde. In vielen Fällen ist eine modifizierte Unterlassungserklärung oder sogar eine Zurückweisung möglich.

Schritt 3: Forderungen und Vorwürfe prüfen lassen

Abmahnungen enthalten häufig:

  • Kostenforderungen
  • Schadensersatzansprüche
  • pauschale Vergleichsbeträge

Ob diese Forderungen berechtigt sind, hängt vom Einzelfall ab. Zu prüfen sind unter anderem:

  • Besteht überhaupt ein Rechtsverstoß?
  • Ist der Abmahner berechtigt?
  • Ist die Höhe der Kosten angemessen?
  • Liegt ein Missbrauch der Abmahnung vor?

Gerade formale Fehler oder unklare Rechtslagen bieten häufig Ansatzpunkte zur Verteidigung.

Schritt 4: Nichts vorschnell ändern oder löschen

Auch wenn es naheliegend erscheint: Inhalte sofort zu löschen oder technische Änderungen vorzunehmen, kann nachteilig sein.

Beispielsweise:

  • Beweismittel gehen verloren
  • Sachverhalte lassen sich später schwer rekonstruieren
  • rechtliche Positionen werden geschwächt

Änderungen sollten erst nach einer rechtlichen Bewertung erfolgen.

Schritt 5: Eine klare Strategie festlegen

Je nach Abmahnart und Sachverhalt kommen unterschiedliche Vorgehensweisen in Betracht:

  • Abmahnung vollständig zurückweisen
  • Modifizierte Unterlassungserklärung abgeben
  • Forderungen reduzieren oder verhandeln
  • Vergleich schließen
  • gerichtliche Klärung vorbereiten

Eine pauschale Lösung gibt es nicht – entscheidend ist eine individuelle, wirtschaftlich sinnvolle Strategie.

Häufige Fehler nach Erhalt einer Abmahnung

Zu den häufigsten Fehlern zählen:

  • Ungeprüftes Unterschreiben
  • Sofortiges Zahlen
  • Ignorieren der Abmahnung
  • Eigenständige juristische Argumentation
  • Öffentliche Stellungnahmen oder Kontaktaufnahme mit dem Gegner

Diese Fehler können die Situation erheblich verschärfen.

Abmahnung erhalten – besonnen handeln statt vorschnell reagieren

Eine Abmahnung ist ernst zu nehmen, aber kein Grund zur Panik. Wer strukturiert vorgeht, Fristen beachtet und rechtlich prüft, kann viele Risiken reduzieren oder vollständig vermeiden. Die ersten Schritte sind entscheidend für den weiteren Verlauf.

Auf soforthilfe-bei-abmahnung.de erhalten Betroffene eine erste klare Orientierung, wie sie nach Erhalt einer Abmahnung vorgehen sollten – verständlich, praxisnah und mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen.

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