Bei einer Abmahnung sollten Betroffene ruhig bleiben, Fristen beachten, nichts vorschnell unterschreiben oder bezahlen und den Vorwurf sorgfältig prüfen. In vielen Fällen sind Abmahnungen ganz oder teilweise unberechtigt oder zu weit gefasst.
Abmahnung erhalten – Ruhe bewahren und Fristen prüfen
Der Erhalt einer Abmahnung ist für viele Betroffene zunächst ein Schock. Wichtig ist jedoch, besonnen zu reagieren. Abmahnschreiben enthalten meist kurze Fristen, insbesondere zur Abgabe einer Unterlassungserklärung.
Diese Fristen sollten:
- sofort notiert
- ernst genommen
- aber nicht panisch erfüllt werden
Ein unüberlegtes Handeln kann langfristige Nachteile haben.
Abmahnung nicht ignorieren
Auch wenn der Impuls naheliegt: Eine Abmahnung sollte nicht ignoriert werden. Wird nicht reagiert, drohen:
- einstweilige Verfügungen
- gerichtliche Verfahren
- deutlich höhere Kosten
Gleichzeitig bedeutet das aber nicht, dass jede Abmahnung automatisch berechtigt ist.
Unterlassungserklärung niemals ungeprüft unterschreiben
Viele Abmahnungen enthalten eine vorgefertigte Unterlassungserklärung. Diese ist fast immer zugunsten des Abmahners formuliert und kann:
- zeitlich unbegrenzt gelten
- hohe Vertragsstrafen auslösen
- auch rechtmäßige Handlungen erfassen
Eine vorschnelle Unterschrift ist einer der häufigsten und teuersten Fehler.
Abmahnung inhaltlich prüfen lassen
Vor jeder Entscheidung sollte geprüft werden:
- Liegt tatsächlich ein Rechtsverstoß vor?
- Ist der Abmahner überhaupt berechtigt?
- Ist der Vorwurf korrekt und vollständig?
- Sind die Forderungen angemessen?
Gerade bei Wettbewerbsrecht, DSGVO, Markenrecht oder Urheberrecht sind Abmahnungen oft angreifbar oder überzogen.
Kostenforderungen kritisch hinterfragen
Abmahnungen sind häufig mit Zahlungsforderungen verbunden, etwa:
- Anwaltskosten
- Schadensersatz
- pauschale Vergleichsbeträge
Nicht jede Kostenforderung ist zulässig oder in der geforderten Höhe gerechtfertigt. Auch hier gilt: Nicht vorschnell zahlen, sondern prüfen.
Geeignete Reaktionsmöglichkeiten abwägen
Je nach Einzelfall kommen unterschiedliche Reaktionen in Betracht:
- vollständige Zurückweisung der Abmahnung
- Abgabe einer modifizierten Unterlassungserklärung
- Verhandlung über Kosten oder Vergleich
- Anpassung des beanstandeten Verhaltens
Welche Strategie sinnvoll ist, hängt von der rechtlichen und wirtschaftlichen Ausgangslage ab.
Warum schnelles, aber überlegtes Handeln entscheidend ist
Abmahnungen sind formell, aber nicht automatisch endgültig. Wer strukturiert vorgeht, kann:
- Risiken minimieren
- unnötige Kosten vermeiden
- langfristige Verpflichtungen reduzieren
Zeitdruck darf nicht zu Fehlentscheidungen führen.
Abmahnung ernst nehmen, aber nicht übereilt handeln
Bei einer Abmahnung ist weder Ignorieren noch blinder Aktionismus sinnvoll. Entscheidend ist ein klares, sachliches und geprüftes Vorgehen, um rechtliche und finanzielle Nachteile zu vermeiden.
Auf soforthilfe-bei-abmahnung.de finden Betroffene eine verständliche erste Orientierung, wie sie bei einer Abmahnung vorgehen sollten und welche typischen Fehler es zu vermeiden gilt.